1. Grundsätze und Zielsetzung
“Awareness [ist] der bewusste Versuch, Diskriminierungen zu erkennen und für Hierarchien innerhalb einer Gruppe bzw. Veranstaltung sensibel zu sein. Dadurch sollen Menschen, welche Verletzungen erleben, in ihrem Umgang mit diesen Erfahrungen unterstützt werden. Ohnmachtsgefühle werden somit durch die Möglichkeit ersetzt, auf Grenzüberschreitungen zu reagieren und eigene Entscheidungen zu treffen. Durch Awareness wird versucht, Veranstaltungen so diskriminierungsarm wie möglich zu gestalten. Es soll eine Atmosphäre erschaffen werden, die es erlaubt, Verantwortungen zu übernehmen und Grenzen zu wahren, sodass sich alle sicher fühlen können.“ (Queeres Netzwerk NRW e.V. 2021: 4)
www.awareness-intersektional.de/wp-content/uploads/2021/12/Awareness-Leitfaden-Web.pdf
2. Schutzräume und Rückzugsorte
- Es gibt geschützte Räume/Rückzugsorte für Menschen, die sich unwohl oder bedroht fühlen (Liza). Mögliche Barrieren sind auf folgender Webseite beschrieben: Barrieren-Initiative für ein selbstverwaltetes politisches, soziales und kulturelles Zentrum in Kassel. Wenn eine Person diesen benötigt begleitet die jeweilige Awareness-Person
den Menschen zum LiZa und bleibt dort mit der Person vor Ort. - Stimming Toys, Wasser, Traubenzucker und ein Ort zum Hinlegen sind dort
gegeben. - Im Bus auf der Demo gibt es Snacks und Wasser
3. Regeln für einen möglichst sicheren Raum
UNSER FEMINISMUS STEHT FÜR:
Wir erwarten einen respektvollen und solidarischen Umgang ohne Gewalt und Übergriffe. Vertreter*innen der rechten Szene, sowie Menschen, die sexualisierte Gewalt ausüben, sind ausgeschlossen.
Kein Platz für Homo-, Bi-, inter-, trans*- und Queerfeindlichkeit, Sexismus,
(antimuslimischen) Rassismus, Ableismus, Antisemitismus, Klassismus, patriarchale
Gewalt oder andere Diskriminierungsformen. Wir erkennen Geschlecht als vielfältig und nicht auf ein binäres System beschränkt an.
Wir verstehen uns als antikapitalistisch und antifaschistisch
Wir stehen für einen intersektionalen Feminismus, der alle FLINTA* Personen mit einschließen soll
UNIVERSELL FEMINISTISCH
Bitte bringt keine Parteiflaggen und nationalstaatlichen Symbole mit.
Lasst uns mit Hilfe vielfältiger, individueller Plakate auf konkrete feministische
Forderungen und Positionen aufmerksam machen. Flaggen von
zivilgesellschaftlichen Gruppen sind fein.
UNSER FEMINISMUS STEHT FÜR PLURALITÄT
Es gibt immer mehr als eine Perspektive. Weshalb wir einander zuhören, aber auch
kritisieren dürfen.
NUR JA HEIßT JA
Konsens ist in allen Interaktionen notwendig. Gegenseitige Rücksichtnahme: Keine
ungefragten Berührungen, keine erzwungenen Gespräche über Identitäten oder
Erfahrungen. Rücksicht auf Trigger: Keine diskriminierende Sprache, keine
Gewaltverherrlichung.
KEIN MACKERIGES VERHALTEN
Der Tag gehört den FLINTA*!
Alle endo cis Dudes: hört zu und lasst euch auf Kritik ein.
Wir brauchen eure Energie nicht beim Rumgrölen und vermeintlichen Heldenspielen,
sondern an jedem verdammten Tag dafür, Scheißverhalten eurer Freunde
zu bearbeiten, Reflexions- und Veränderungsprozesse anzustoßen.
KEINE FOTOS ONLINE STELLEN
Stellt keine Fotos oder Videos auf Social Media, auf denen Menschen unverpixelt
oder z.B. durch Kleidung identifizierbar und damit outbar sind.
LAUTSTARK, NICHT AGGRO
Achtet beim Rufen, Trillerpfeifen und lautem Klatschen darauf, nicht direkt ins Ohr
anderer Menschen zu treffen.
KEINE DROGEN, KEIN ALKOHOL
Seid nüchtern und verlasst den Demozug zum Rauchen (und Vapen).
FLINTA*- & SOLI-BLOCK
Vorne ist der FLINTA-Block (Frauen, Lesben, Inter, Nicht-Binäre, Trans & Agender). Reminder: das schließt transMänner und männlich gelesene Personen ein – Nicht jede Person, die ihr als endo cis Mann einordnet, ist auch einer. Dahinter folgt der für alle offene Soli-Block.
HUNDE HINTEN
Um Menschen mit Tierhaarallergien und Ängsten zu schützen, bleibt mit Hunden
außerhalb der Kundgebung und am Ende der Demo.
CREW CARE
Wir alle sind aktiver Teil der Veranstaltung und tragen zu einer guten Protest-
Erfahrung bei. Wir achten aufeinander!
ORDNER*INNEN
Wenn sich jemand grenzverletzend oder konfliktschürend verhält, wendet euch an
unsere Ordner*innen.
AWARENESS PERSONEN
Wenn es euch nicht gut geht oder ihr bemerkt, dass eine andere Person
Unterstützung benötigt, wendet euch an unser Awareness-Team.
DEMO-SANIS
Wenn ihr physische Verletzungen habt, meldet euch bei unseren Demo-Sanis
4. Begriffe, die möglicherweise verwirrend/unbekannt sind:
Wir erkennen an, dass der Umgang mit bestimmten Begriffen in unserer Bubble
selbstverständlich sein kann. Daher wollen wir wichtige Begriffe nochmal definieren,
um die Veranstaltung ggf. niedrigschwelliger zu gestalten.
FLINTA* – Dieser Begriff ist ein Akronym für folgende Menschen: Frauen, Lesben, Intergeschlechtliche, Nichtbinäre, Transgeschlechtliche sowie Agender-Personen. Meistens wird er benutzt, um zu zeigen, wer bestimmte Räume, wie z.B. Veranstaltungen betreten darf. Oft wird der Begriff falsch benutzt, um einen Raum ausschließlich für “Frauen” zu schaffen. Dies führt dazu, dass Menschen, die beim Begriff FLINTA* mit genannt werden,
ausgeschlossen werden.
AFAB/AMAB: Assigned female/male at birth. “Inter, trans und nichtbinäre Personen, die bei ihrer Geburt dem weibliche/männlichen Geschlecht zugewiesen wurden, verwenden diese Bezeichnung, um auszudrücken, dass sie sich damit nicht oder nur teilweise identifizieren (können). Manche inter*Personen verwenden den Begriff auch, um den (gewaltvollen) Prozess der Zuweisung von Geschlecht sichtbar zu machen – auch wenn sie sich als
[weibliche/]männlich verstehen.” (AMAB | Queer Lexikon)